Dark Shadows (2012) – Tim Burton

Dark ShadowsGestern war ich mit meiner Schwester im Kino. Es gab den neuen Film von Tim Burton mit Johnny Depp – mal wieder. Dark Shadows also diesmal. Eine dunkle Komödie, die auf einer schlechten Soap-Opera aus den 1970ern basiert. Dunkel nicht im Sinne von schwarzem Humor oder Horrorelementen, sondern im Sinne von Tim Burton.

Der Film war so naja. Aber ganz ehrlich – vielleicht hatte ich das schon fast erwartet.

In Dark Shadows geht es um die Familie Collins (und das Kindermädchen Viktoria, und die Hexe Angelique, und die Psychiaterin, und und und). Als Barnabas (Johnny Depp), der Sohn des Hauses, sich verliebt, reagiert das verschmähte Dienstmädchen eifersüchtig und legt einen Fluch auf ihn: Er wird zum Vampir und 200 Jahre lang weg gesperrt. Als er wieder auftaucht, sind von seiner Familie nur noch ein paar Mitglieder übrig und das Familienimperium ist heruntergewirtschaftet. Die Story danach schwappt hin und her. Es geht um jeden und um nichts. Die komischen Momente, in denen Barnabas die Welt von 1970 nicht versteht, sind zu Beginn sehr komisch, nach dem 20. Mal aber auch nicht mehr.

So viele Leute warten immer gespannt auf den neuen Burton-Film, um diese dunkle Romantik zu sehen, die der Name verspricht, dabei ist Tim Burton schon lange nicht mehr das, was er mal war. Ich erinnere mich an Edward mit den Scherenhänden, Beetle Juice und Sleepy Hallow. Das waren diese Filme, auf die alle wieder warten. Sie waren leicht und lustig und gleichzeitig düster. Es war die Stimmung, die die Twilight-Filme leider völlig kaputt gemacht und mit prüdem Teenage-Romantik-Rotz überflutet haben. Coraline war wieder so ein Film, aber Tim Burton hatte damit ja eigentlich gar nichts zu tun.

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Ironie ist, wenn der neue Dark Knight-Trailer im Kino vor dem Film läuft, wahnsinnig beeindruckend, intensiv und dunkel ist, und dann Dark Shadows anfängt. Was ist passiert, Tim Burton?

Wahrscheinlich ist er gemütlich geworden. Wie wir alle, wenn wir nach der Arbeit lieber fernsehen als etwas richtiges zu tun. Etwas kreatives, produktives, etwas, das uns wirklich glücklich macht. Fernsehen, rumhängen und immer das gleiche tun – das ist einfacher. So werden wir älter und träger, und so ist auch Dark Shadows.

Denn auch Tim Burton macht schon lange immer das gleiche, immer wieder und wieder. Und auch wenn er oberflächlich neue Themen und Genres ausprobiert, macht er doch überhaupt nichts neues mehr. Es ist halt einfacher.

Wissen Sie, was Sie tun sollten, Mr. Burton? Zu aller erst: Machen Sie keine Filme mehr, die Ihre Kinder sehen sollen, machen Sie Filme, die SIE gerne gesehen hätten. Zum anderen: Machen Sie den Tisch frei. Tabula Rasa. Lassen Sie Ihre Frau beim nächsten Film doch mal wieder zu Hause. Ihr geht es mit anderen Projekten wie The King’s Speech doch auch gut. Und Johnny Depp versteht es bestimmt auch, wenn Sie mit ihm einfach mal ein Bier trinken gehen, anstatt gleich einen neuen Film zusammen zu machen. Tabula Rasa. Alles auf Anfang. Neue Schauspieler, neue Geschichten, neue Musen, raus aus dem Alltag.

Lieber Mister Burton, tun Sie sich selbst und uns den Gefallen. Irgendwann werden selbst die Fans kopfschüttelnd aus dem Kino gehen. So wie ich gestern.

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